Hermann Friesl

Drehergehilfe. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1908    † 1942

 

Lebenslauf

Hermann Friesl wurde am 10.4.1908 in Pinkafeld (Burgenland) geboren. Er arbeitete als Drehergehilfe in Oberwart.

Funktionär der illegalen KPÖ, Organisation einer Widerstandsgruppe

Hermann Friesl war führender Funktionär der illegalen KPÖ. Er organisierte eine Widerstandsgruppe in Pinkafeld.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 4. 7. 1941 wurde Hermann Friesl verhaftet, und am 10. 8. 1942 in Graz gemeinsam mit Michael Halwachs, J. Wallner und Samuel Brunner (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 10.12.1942 erfolgte im Landesgericht I in Wien seine Hinrichtung.

Aus dem Urteil

„Die vier Angeklagten sind auch nicht etwa als einfache Mitläufer anzusehen, sondern sie haben sich als Funktionäre betätigt, nämlich Wallner als Ortsleiter und Bezirkskassierer, Halwachs als Kassen- u. Zellenleiter und Friesl und Brunner als Zellenleiter. Außerdem hat Friesl sich für den Fortbestand der kommunistischen Betriebszelle in dem Rüstungsbetrieb in Kapfenberg aktiv eingesetzt. (…) Die vier Angeklagten haben sich als gefährliche Gegner der nationalsozialistischen Staatsführung erwiesen, so dass im Reichsinteresse die Verhängung der Todesstrafe gegen sie erforderlich ist.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Quellen und Bildnachweise

  • Texte aus Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bühnenbild Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Alle anderen Bilder: Privatbesitz / Verein Zur Erinnerung

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

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